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Steingänge - Mühlsteine

Der Steingang

Die Mühle besitzt 2 Steingänge. Der rechte (vom Hof aus gesehen) war nur zum Schroten von Getreide für Futter- und Backschrotzwecke. Der zweite, linke Steingang, ist der ehemalige Feinmehlgang. Über die letzten Betriebsjahrzehnte wurde die Mühle lediglich als Schrotmühle genutzt.

Die Steingänge bestehen jeweils aus einem festliegenden Bodenstein und eine sich drehenden Läuferstein.Die in Erkerode vorhandenen sind Kunststeine, die aus Schmirgel, Quarz, Silbersand und Alaun bestehen.

Der Läuferstein ist dicker als der Bodenstein (optimale Druckausübung, Bodenstein ca. 15-20cm, Läuferstein ca. 30- 40cm).

Unsere Steine haben einen Durchmesser von 110 cm und drehen sich ca. 140-mal in der Minute.

Hölzerne Bütten umschließen im Betrieb die beiden Steingänge. (In Rüdigers Aufzeichnungen sind die beiden Bütten noch genauer beschrieben)
Der Bodensteine werden durch hölzerne Steinringe/Steinkränze gehalten. Gegen die Fliehkraft werden die Läufersteine mit Eisenringen gefasst. Der drehende Läuferstein erzeugt während des Betriebes Wind.

Dadurch wird das Mahlgut in der Bütte im Kreis gewirbelt und gerät so an die Ablauföffnung Richtung Keller zum Elevator der in den Absackstutzen  (nur bei Schrot). Die Bütte verhindert auch den „Mehlflug“ durch die Mühle.

In der Bütte befindet sich eine Öffnung, die mit einer hochschiebbaren Klappe versehen ist. Da konnte der Müller prüfen, ob das Mahlgut die richtige Ausmahlung hat. Wenn nicht, konnte er mit dem Handrad des Lichtewerks den Abstand der beiden Steine entsprechend verändern.

Wird das Getreide zu stark gemahlen, erwärmt es sich über 47°C und geschädigt - der „Kleber“ im Mehl wird zerstört. Die typischen Muster“ auf Mühlsteinen entstehen durch Furchen auf den Reibflächen. Diese dienen der Kühlung und Förderung des Mahlgutes. Der Arbeitsbereich zwischen den Furchen wird „ Mehlbahnen“ genannt.