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Brot

Das Brot (Wilhelm Busch) 
Er saß beim Frühstück äußerst grämlich.
Da sprach ein Krümchen Brot vernehmlich:
„Aha, so ist es mit den Orden,
für diesmal wieder nichts geworden.
Ja Freund, wer seinen Blick erweitert
und schaut nach hinten und nach vorn,
der preist den Kummer, denn er läutert.
Ich selber war ein Weizenkorn,
mit vielen, die mir anverwandt,
lag ich im rauen Ackerland.
Bedrückt von einem Erdenkloß,
macht ich mich mutig strebend los.
Gleich kam ein alter Has gehupft
und hat mich an der Nas gezupft.
Und als es Winter ward, verfror,
was peinlich ist, mein linkes Ohr.
Und als ich reif mit meiner Sippe,
O weh, da hat mit seiner Sippe,
der Hans uns rutschweg abgesäbelt
und zum Ersticken festgeknäbelt
und auf die Tenne fortgeschafft.
Wo ihrer vier mit voller Kraft
in regelrechtem Flegeltakte
uns klopften, dass die Schwarte krachte.
Ein Esel trug uns nach der Mühle.
Ich sage dir, das sind Gefühle.
Wenn man zerrieben und gedrillt
zum allerfeinsten Staubgebild,
sich kaum besinnt und fast vergisst,
ob Sonntag oder Montag ist.
Und schließlich schob der Bäckermeister,
nachdem wir erst als zäher Kleister
in seinem Troge bass gehudelt,
vermengt, geknetet und vernudelt,
uns in des Ofen höchste Glut.
Jetzt sind wir Brot, ist das nicht gut?
Frischauf, du hast genug mein Lieber,
greif zu und schneide nicht zu knapp,
und streiche tüchtig Butter drüber
und gib den andern auch was ab.“